Mustang

 

«Komm, lass uns schwimmen gehen!» Was könnte an einem warmen Sommertag am Meer näherliegen, als diese Aufforderung von Schwester zu Schwester? Die Stimmung ist ausgelassen, die nassen Schulblusen kleben an der Haut, die Haare fliegen … Zu Hause wartet ein verärgerter, fanatischer Onkel, der um die Keuschheit der Mädchen fürchtet. Ab sofort dürfen die fünf Schwestern das Haus nicht mehr verlassen, sondern sollen sich ganz den traditionellen Hausfrauentätigkeiten widmen und sich nach und nach auf ihre (arrangierten) Hochzeiten vorbereiten.


Ergüvens Kunstgriff besteht darin, ihre Geschichte aus der Sicht der jüngsten Schwester zu erzählen. Die 12-jährige Lale bringt die nötige Unbedarftheit und eine daraus resultierende Leichtigkeit mit. Ihre Perspektive verhindert, dass der Film zum thesenschweren Pamphlet gegen überholte Rollenbilder gerät.


Quelle: spiegel.de/zeit.de

 

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